Betrug bei Kleinanzeigen, Vinted, Leboncoin, Wallapop und Subito: der falsche „Zahlung erhalten“-Link und wie Sie sicher kaufen und verkaufen

·4 Min. Lesezeit·

Kurze Antwort

Auf Kleinanzeigen- und Secondhand-Portalen trifft die häufigste Masche Verkäufer: Ein „Käufer“ verlegt den Chat zu WhatsApp, E-Mail oder SMS und schickt einen Link, um „die Zahlung zu bestätigen“ oder „Ihr Geld zu erhalten“. Die Seite kopiert die Plattform und fragt Ihre Kartendaten ab – die man zum Empfangen von Geld nie braucht. Vinted sagt, Sie müssen Vinted nicht verlassen, um eine Zahlung zu bestätigen oder eine Bestellung zu erhalten; Kleinanzeigen rät zu Sicher bezahlen oder PayPal „Waren und Dienstleistungen“ und nie zu Western Union, Paysafe oder Bargeld im Umschlag. Käufer treffen auf falsche Verkäufer, die Überweisung oder PayPal „Freunde und Familie“ ohne Käuferschutz verlangen. Halten Sie alles in der App; haben Sie Kartendaten eingegeben, rufen Sie sofort Ihre Bank an.

Die Maschen und wen sie treffen

Häufige Betrugsmaschen auf Kleinanzeigen- und Secondhand-Plattformen, nach Verbraucherzentrale und Sicherheitsseiten der Plattformen
MascheZielWas wirklich passiertSichere Reaktion
„Zahlung erhalten, zum Bestätigen klicken“VerkäuferEine kopierte Zahlungsseite greift Karten- oder PayPal-Daten abNie Kartendaten eingeben, um Geld zu bekommen; Bestellung in der App prüfen
„Zahlung fehlgeschlagen, scannen Sie diesen QR-Code“VerkäuferDer Code öffnet eine gefälschte Seite (Quishing)Keine Codes von Käufern scannen
DreiecksbetrugVerkäuferDas Geld stammt von einem gehackten Konto und wird nach dem Versand zurückgebuchtZahlung über die Plattform; erst versenden, wenn sie endgültig ist
Versandkosten- oder KurierfalleVerkäuferSie sollen Kuriergebühren vorstrecken, die nie zurückkommenFür einen Verkauf nie etwas vorab zahlen
Missbrauch des KäuferschutzesVerkäuferDer Käufer behauptet, das Paket sei leer oder falschDas Verpacken filmen, am besten mit Zeugen
PayPal „Freunde und Familie“, Western UnionKäuferKein Käuferschutz; Transfers sind praktisch nicht umkehrbarNur über die Plattform oder PayPal „Waren und Dienstleistungen“ zahlen
Geänderte Bankdaten in Chat oder ProfilKäuferDie Überweisung geht an Kriminelle, nicht an den VerkäuferDaten genau prüfen oder nicht per Überweisung zahlen

Warum man zum Geldempfang nie Kartendaten braucht

Um Geld zu empfangen, braucht niemand Ihre Kartennummer, das Ablaufdatum und den Sicherheitscode. Eine Seite, die sie verlangt, „damit die Zahlung freigegeben wird“, sammelt genau das, womit man von Ihrer Karte abbuchen kann. Vinted wickelt Zahlungen über seinen Zahlungsdienstleister ab, wenn der Käufer Kaufen nutzt, gibt Zahlungsdaten nicht an Verkäufer weiter und sagt, dass Sie Vinted nicht verlassen müssen, um eine Zahlung zu bestätigen oder eine Bestellung zu erhalten. Sicher bezahlen bei Kleinanzeigen ist ein Treuhandservice mit einem Zahlungspartner; die Verbraucherzentrale warnt, dass Kriminelle genau diesen Namen für gefälschte Seiten kopieren und Rückbuchungen dann meist nicht möglich sind.

Die Plattformregeln, die Sie kennen sollten

  • Vinted: während der ganzen Bestellung auf Vinted bleiben, mit dem Kaufen-Button kaufen und Phishing-Mails an phishing@vinted.com weiterleiten.
  • Kleinanzeigen: Sicher bezahlen oder PayPal „Waren und Dienstleistungen“ nutzen; nie Western Union, Paysafe, MoneyGram oder Bargeld im Briefumschlag. Gefälschte E-Mails an spoof@kleinanzeigen.de weiterleiten, an belebten Orten treffen und bei größeren Beträgen eine Begleitperson mitnehmen.
  • Leboncoin, Wallapop, Subito, OLX: Auch sie bieten Bezahlung und Versand in der App. Überall gilt dieselbe Regel: Führt eine Nachricht aus der offiziellen App heraus, aufhören.
  • Jede Plattform: Profil melden, damit der nächste Verkäufer nicht getroffen wird.

Wenn Sie hereingefallen sind

  1. Kartendaten eingegeben: Bank unter der Nummer auf der Karte anrufen und Karte sperren lassen (auch über den Sperr-Notruf 116 116). Nicht autorisierte Abbuchungen lassen sich anfechten; selbst freigegebene Zahlungen viel schwerer.
  2. PayPal- oder Plattform-Passwort eingegeben: in der offiziellen App ändern, Zwei-Faktor-Schutz einschalten, geänderte E-Mail, Bankdaten oder Anzeigen prüfen.
  3. An einen „Käufer“ versendet, dessen Zahlung zurückgebucht wurde: Versandbeleg aufbewahren und Anzeige erstatten.
  4. Profil der Plattform melden und Screenshots von Chats, E-Mails und Buchungen sichern; die Verbraucherzentrale rät, alles zu dokumentieren.
  5. Anzeige erstatten, etwa über die Onlinewache Ihres Bundeslands; siehe wo Sie Online-Betrug melden – Land für Land.

Nutzen Kriminelle Ihr übernommenes Plattform- oder E-Mail-Konto, um andere zu betrügen, sichern Sie es zuerst: siehe Wiederherstellung gehackter Konten.

Checkliste für sicheres Verkaufen

  • Chat, Zahlung und Versand in der App lassen.
  • Links, QR-Codes oder „Zahlungsbestätigungen“ von Käufern ignorieren.
  • Erst versenden, wenn die Plattform die Bestellung als bezahlt anzeigt.
  • Nie Kuriergebühren, „Versicherung“ oder „Verifizierung“ zahlen, um etwas zu verkaufen.
  • Bei Übergaben an öffentlichen Orten treffen; für Käufer nennt die Verbraucherzentrale die persönliche Übergabe mit Bargeld als sicherste Variante.
  • Codes aus einer SMS nie weitergeben: siehe die Bestätigungscode-Masche, und für Codes auf Papier QR-Code-Betrug.

Häufige Fragen

Ein Käufer sagt, meine Zahlung warte und ich müsse zum Annehmen klicken. Stimmt das?

Nein. Bei Vinted, Kleinanzeigen und ähnlichen Plattformen nimmt man Geld nicht über einen externen Link an. Öffnen Sie die offizielle App: Steht die Bestellung dort nicht als bezahlt, gibt es keine Zahlung.

Kann meine Bank die Zahlung zurückholen?

Fragen Sie sofort. Nicht autorisierte Kartenbelastungen lassen sich anfechten; Überweisungen und PayPal-„Freunde und Familie“-Zahlungen, die Sie selbst getätigt haben, sind meist kaum zurückzuholen.

Ist ein persönliches Treffen sicherer?

Für Käufer nennt die Verbraucherzentrale die persönliche Übergabe mit Bargeld als sicherste Option. Treffen Sie sich an einem belebten Ort und nehmen Sie, wie Kleinanzeigen rät, bei größeren Beträgen jemanden mit.

Betrüger nutzen mein gehacktes Kleinanzeigen-Konto. Was jetzt?

Passwort über die offizielle App oder Website zurücksetzen, Zwei-Faktor-Schutz einschalten, fremde Anzeigen löschen und die Plattform informieren, damit sie angeschriebene Personen warnen kann.

Echte Käufer zahlen in der App. Sobald ein „Käufer“ einen Link, einen QR-Code oder Ihre Karte braucht, um Ihnen Geld zu schicken, ist der Verkauf vorbei: Profil melden und Abstand nehmen.

Quellen: Vinted-Hilfe — Phishing-Nachrichten und Betrug vermeiden und melden, Kleinanzeigen — Sicherheitshinweise, Verbraucherzentrale — Betrug mit Kleinanzeigen: Diese Maschen sollten Sie kennen

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