Gefälschte Paket-SMS: so erkennen Sie sie, wo Sie sie melden und was Sie tun, wenn Sie geklickt oder gezahlt haben

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Kurze Antwort

„Ihr Paket wird zurückgehalten – zahlen Sie 1,99 € für die erneute Zustellung“ gehört zu den häufigsten Betrugsmaschen in Europa. Der Link führt auf eine gefälschte Zusteller-Seite, die Ihre Kartendaten abgreift; oft folgt ein Anruf oder ein Code, der das Konto leert. Unter Android sollen Sie manchmal eine App installieren. DHL etwa erklärt, dass es per E-Mail oder SMS ausschließlich Zölle und Einfuhrabgaben anfordert, bestätigt mit einem Einmalcode an den Empfänger, und dass seine Links nur auf eigene Seiten führen. Klicken Sie nicht: Prüfen Sie die Sendungsnummer in der App oder auf der Website des Zustellers. Melden Sie die Nachricht – in Deutschland etwa beim Phishing-Radar der Verbraucherzentrale – und rufen Sie zuerst Ihre Bank an, wenn Sie Kartendaten eingegeben haben.

So funktioniert die Paket-SMS-Masche

  • Der Köder: Eine SMS oder E-Mail meldet, ein Paket sei nicht zustellbar, hänge beim Zoll fest oder brauche eine Adressänderung. Die kleine Gebühr wirkt harmlos.
  • Die gefälschte Seite: Eine Kopie der Zusteller-Website fragt Name, Adresse und Kartendaten ab, manchmal auch das Onlinebanking-Login.
  • Der zweite Akt: Einige Tage später ruft jemand als „Ihre Bank“ wegen einer verdächtigen Zahlung an und will einen Code oder eine Überweisung auf ein „Sicherheitskonto“. Dieser Anruf gehört zum selben Betrug.
  • Die App-Variante: Unter Android soll eine Tracking-App installiert werden. Es ist Schadsoftware, die SMS mitlesen kann, auch Bankcodes.

Echte von gefälschten Zustellnachrichten unterscheiden

Die Zusteller veröffentlichen eigene Regeln. Die Betrugsseite von DHL ist ein gutes Muster: Offizielle E-Mails kommen nur von DHL-Domains wie @dhl.com, nie von Gmail oder anderen Gratisdiensten; die Links führen nur auf eigene Websites; und per E-Mail oder SMS fordert DHL ausschließlich Zölle und Abgaben an, wobei zuerst ein Einmalcode an den hinterlegten Kontakt des Empfängers geht. Weitere Warnzeichen:

  • Ein gekürzter Link oder eine Adresse, die nicht die Domain des Zustellers ist.
  • Ein allgemeiner Absender wie „Zustellung“ oder eine unerwartete ausländische Nummer.
  • Zeitdruck: „nur heute“, „Ihr Paket geht zurück“.
  • Ein Paket, das Sie nicht erwarten, oder ein Zusteller, den Sie nicht genutzt haben.

Die sichere Prüfung kommt nie über den Link: Öffnen Sie die App des Zustellers oder tippen Sie die Adresse selbst ein und geben Sie die Sendungsnummer aus Ihrer Bestellbestätigung ein.

Wo Sie in Europa melden

Wo Sie Betrugs-SMS melden und wohin Sie sich bei Geldverlust wenden, Stand 25. Oktober 2026
LandNachricht meldenWenn Geld weg ist
DeutschlandPhishing-Mails an phishing@verbraucherzentrale.nrw weiterleiten (Phishing-Radar); Rufnummernmissbrauch bei der BundesnetzagenturAnzeige bei der Polizei, etwa über die Onlinewache Ihres Bundeslands
ÖsterreichMeldeformular von Watchlist InternetAnzeige bei der Polizei
Vereinigtes KönigreichSMS kostenlos an 7726 weiterleiten; der Anbieter kann den Absender sperrenReport Fraud: reportfraud.police.uk oder 0300 123 2040; in Schottland Police Scotland unter 101
FrankreichSMS an 33700 weiterleiten oder 33700.fr nutzen; Meldungen gehen täglich an die NetzbetreiberAnzeige bei Polizei oder Gendarmerie; Hilfe auf cybermalveillance.gouv.fr
SpanienINCIBE-Hotline 017, oder WhatsApp 900 116 117, täglich 8–23 UhrAnzeige bei Policía Nacional oder Guardia Civil
ItalienOnline-Portal der Polizia Postale, commissariatodips.itAnzeige bei der Polizia Postale
NiederlandeFraudehelpdesk, fraudehelpdesk.nlAnzeige bei der Polizei
Jedes LandDer in der SMS genannte Zusteller: DHL nimmt Meldungen unter phishing@dhl.com anZuerst die Bank, dann die Polizei

Für weitere Länder siehe wo Sie Online-Betrug melden – Land für Land.

Wenn Sie geklickt oder gezahlt haben

  1. Kartendaten eingegeben: Rufen Sie Ihre Bank unter der Nummer auf der Karte an, lassen Sie die Karte sperren (in Deutschland auch über den Sperr-Notruf 116 116) und widersprechen Sie Abbuchungen. Jetzt, nicht erst nach der nächsten Belastung.
  2. Onlinebanking-Login eingegeben: Bank anrufen, dann das Passwort von einem vertrauenswürdigen Gerät ändern.
  3. Einen Code aus einer SMS weitergegeben: sofort der Bank melden; der Code hat vielleicht eine Zahlung oder ein neues Gerät freigegeben.
  4. Eine App installiert: Flugmodus an, App deinstallieren, Fotos sichern und ein Zurücksetzen erwägen; wichtige Passwörter von einem anderen Gerät ändern.
  5. Nur die Seite geöffnet: schließen. Ohne Eingaben und Installation ist das Risiko gering, aber rechnen Sie mit Folge-SMS und Anrufen.

Melden Sie die Nachricht danach wie oben. Haben die Täter E-Mail- oder Social-Media-Konten erreicht, siehe Wiederherstellung gehackter Konten.

Die nächste Masche stoppen

  • Pakete nur in der App des Zustellers oder auf der Bestellseite des Shops verfolgen.
  • Spamfilter für SMS auf dem Handy einschalten.
  • Nie eine „Zustellgebühr“ über einen Link in einer Nachricht bezahlen.
  • „Bank“-Anrufe nach einer Paket-SMS als Teil des Betrugs behandeln: auflegen und die Nummer auf der Karte anrufen.
  • Familie warnen: Ältere Angehörige und Jugendliche sind häufige Ziele. Verwandt: Phishing melden, QR-Code-Betrug, Bestätigungscodes nie weitergeben.

Häufige Fragen

Ich habe nur den Link geöffnet. Bin ich in Gefahr?

Meist nicht, wenn Sie nichts eingegeben und keine App installiert haben. Schließen Sie die Seite und rechnen Sie mit Folgenachrichten oder Anrufen, die zur selben Masche gehören.

Woher haben die meine Nummer?

Betrugs-SMS gehen an riesige Listen, oft aus alten Datenlecks oder einfach erzeugten Nummern. Eine SMS allein bedeutet nicht, dass Ihr Handy gehackt ist.

Erstattet meine Bank das Geld?

Wurde eine Zahlung ohne Ihre Autorisierung abgebucht, muss die Bank nach EU-Recht erstatten, außer Sie haben betrügerisch oder grob fahrlässig gehandelt. Haben Sie selbst mit einem Code freigegeben, ist es schwieriger; siehe was nach einer Überweisung an Betrüger zu tun ist.

Verlangt DHL je eine Zahlung per SMS?

DHL sagt, per E-Mail oder SMS würden nur Zölle und Abgaben angefordert, mit einem Einmalcode an den hinterlegten Kontakt des Empfängers. Prüfen Sie jede solche Anfrage in der offiziellen Sendungsverfolgung.

Um das Paket geht es nie: Die Gebühr ist der Köder für Ihre Karte, und der spätere „Bank“-Anruf ist der Moment, in dem das Geld wirklich verschwindet. Auflegen, die Nummer auf der Karte anrufen.

Quellen: NCSC (Vereinigtes Königreich) — Betrugs-SMS an 7726 melden, 33700 — Spam-SMS und Anrufe melden (Frankreich), INCIBE — Hotline 017 für Cybersicherheit (Spanien), Verbraucherzentrale NRW — Phishing-Radar, DHL — Hinweise zu Betrugsversuchen

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