Kurze Antwort
Love-Scammer bauen online Vertrauen auf — oft über Wochen — und brauchen dann Geld: eine Arztrechnung, ein Ticket, ein Visum, Anwaltskosten oder eine Kryptowährungs-Anlage, bei der sie Ihnen angeblich helfen. Die Regel der US-Verbraucherschutzbehörde FTC ist einfach: Schicken Sie niemandem Geld oder Geschenke, den Sie nicht persönlich getroffen haben, und vermischen Sie nie Online-Dating und Anlagetipps. In der Anlage-Variante, dem „Pig Butchering“, zeigt eine gefälschte Handelsplattform erfundene Gewinne, damit Sie mehr einzahlen. Brechen Sie den Kontakt ab, machen Sie eine umgekehrte Bildersuche mit den Profilfotos und sprechen Sie mit einer Vertrauensperson. Haben Sie gezahlt, kontaktieren Sie sofort Bank, Zahlungsdienst oder Krypto-Börse, erstatten Sie Anzeige und melden Sie das Profil der App oder Website, auf der Sie sich kennengelernt haben.
Warnzeichen
| Was sie tun | Warum es wichtig ist |
|---|---|
| Sie schnell von der Dating-App weglocken | E-Mail, Telefon oder Messenger entziehen den Chat dem Blick der Plattform und ihren Betrugswarnungen |
| Früh große Gefühle zeigen und mehrmals täglich schreiben | Schnelle Nähe schafft Vertrauen, bevor Sie etwas prüfen können |
| Weit weg leben oder arbeiten — im Ausland, auf einer Bohrinsel, beim Militär | Es erklärt, warum ein persönliches Treffen nie klappt |
| Geld für Arzt, Reise, Visum oder Anwalt brauchen | Wer Sie nie getroffen hat und um Geld bittet, ist ein Betrüger — egal, welche Geschichte |
| Ihnen Krypto-Investieren beibringen wollen | Dating plus Anlagetipp ist laut FTC immer Betrug |
| Zahlung per Überweisung, Geschenkkarte, Bezahl-App oder Krypto wollen | Das lässt sich kaum zurückholen; Krypto-Zahlungen in der Regel gar nicht |
| Zeitdruck machen | Druck verhindert, dass Sie mit jemandem sprechen, der den Betrug erkennt |
So funktioniert „Pig Butchering“
- Kontakt. Eine fremde Person — oder jemand, der sich nach Jahren wieder meldet — schreibt Sie über soziale Netzwerke, Dating- oder Messenger-Apps an. Das FBI rät, jedes so eingehende Anlageangebot zu überprüfen.
- Vertrauensaufbau. Wochenlange freundschaftliche oder romantische Gespräche mit Andeutungen über Erfolge im Kryptohandel.
- Die Plattform. Sie werden zu einer Anlage-App oder Website gelotst — oft mit einer Adresse, die eine echte Krypto-Börse imitiert oder leicht falsch geschrieben ist.
- Scheingewinne. Das Konto zeigt wachsende Gewinne, die zu größeren Einzahlungen verleiten.
- Die Falle. Wollen Sie auszahlen, tauchen neue „Gebühren“ oder „Steuern“ auf. Sie gehören zum Betrug: Das Geld ist nicht da, und weitere Zahlungen vergrößern nur den Verlust.
Prüfen, bevor Sie vertrauen
- Machen Sie, wie die FTC rät, eine umgekehrte Bildersuche mit den Profilfotos — gestohlene Fotos gehören oft einem echten Menschen mit anderem Namen. Siehe herausfinden, wo Fotos verwendet werden.
- Suchen Sie den Namen oder den angeblichen Beruf zusammen mit „Betrüger“; vielleicht haben andere dieselbe Geschichte gemeldet.
- Sprechen Sie mit Freunden oder Familie — besonders, wenn sie sich Sorgen um die Beziehung machen.
- Installieren Sie nie eine Anlage-App und öffnen Sie keine Handelsseite, die Ihnen ein Online-Kontakt schickt. Tippen Sie die Adresse einer bekannten Börse selbst ein — und denken Sie daran: Nur Betrüger garantieren Gewinne oder hohe Renditen.
Wenn Sie schon Geld geschickt haben
- Hören Sie auf zu zahlen. Keine „Gebühr“, „Steuer“ oder „Freischaltzahlung“ gibt das Guthaben frei.
- Kontaktieren Sie sofort das Unternehmen, über das Sie gezahlt haben — Bank, Bezahl-App, Geschenkkartenanbieter oder Krypto-Börse — und bitten Sie, die Zahlung zu stoppen oder zurückzuholen.
- Bewahren Sie alles auf: Profillinks, Chats, Telefonnummern, Webadressen, Wallet-Adressen, Beträge, Daten und Transaktions-IDs.
- Erstatten Sie Anzeige — in Deutschland bei der Polizei, auch über die Onlinewache. Für andere Länder siehe Online-Betrug melden nach Land.
- Melden Sie das Profil der Dating-App oder dem sozialen Netzwerk, damit es entfernt wird.
Vorsicht vor dem zweiten Betrug
Opfer werden oft erneut kontaktiert — von angeblichen Anwälten, Polizisten oder „Rückholfirmen“, die das Geld gegen eine Vorabgebühr zurückholen wollen. Auch das ist Betrug — siehe Recovery-Betrug. Hat der Betrüger intime Fotos oder Videos und droht, sie zu verbreiten, lesen Sie Sextortion: was tun. Und wurden Ihre eigenen Fotos für ein Fake-Profil benutzt, lassen sie sich melden und entfernen.
Häufige Fragen
Die Person hat nie nach Geld gefragt. Kann es trotzdem Betrug sein?
Ja. Viele Maschen fordern anfangs nichts und bringen dann eine „Anlagechance“ oder einen Notfall ins Spiel. Ein Krypto-Anlagetipp von einer Online-Bekanntschaft ist dieselbe Bitte in Verkleidung.
Bekomme ich meine Kryptowährung zurück?
Meist nur, wenn der Empfänger sie zurückschickt: Laut FTC lassen sich Krypto-Zahlungen in der Regel nicht rückgängig machen. Melden Sie es schnell der genutzten Börse und den Behörden, mit den Transaktionsdaten.
Wie erkenne ich ein falsches Profil?
Machen Sie eine umgekehrte Bildersuche mit den Fotos, suchen Sie Namen und angeblichen Beruf zusammen mit „Betrüger“ und seien Sie misstrauisch, wenn jemand immer einen Grund hat, sich nicht persönlich zu treffen.
Wo melde ich einen Love-Scam?
Bei der Polizei, in Deutschland auch über die Onlinewache, bei Ihrer Bank und bei der App oder Website, auf der Sie sich kennengelernt haben; in den USA zusätzlich bei ReportFraud.ftc.gov und ic3.gov.
Quellen: FTC — was Sie über Love-Scams wissen sollten, FTC — was Sie über Kryptowährungen und Betrug wissen sollten, FBI IC3 — Krypto-Anlagebetrug („Pig Butchering“), FTC — ReportFraud.ftc.gov, FBI — Internet Crime Complaint Center