Kurze Antwort
Zahlen Sie nicht und schicken Sie nichts mehr – laut FBI hören die Forderungen nach einer Zahlung selten auf. Antworten Sie nicht mehr, aber löschen Sie weder Chat noch Konto: Machen Sie zuerst Screenshots von Profil, Nachrichten und Zahlungsdaten, dann melden und blockieren Sie. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei – in Deutschland auch über die Onlinewache. Gegen die Verbreitung helfen kostenlose Hash-Tools: Take It Down (NCMEC), wenn Sie auf den Bildern unter 18 waren, StopNCII.org, wenn Sie 18 oder älter waren. Wenn Sie in Gefahr sind oder daran denken, sich etwas anzutun, rufen Sie sofort den Notruf (112) oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) an. Es ist nicht Ihre Schuld.
Wie die Erpressung meist abläuft
- Ein neuer Kontakt – oft ein Fake-Profil in Ihrem Alter – verlagert das Gespräch schnell in private Nachrichten und bittet um Bilder.
- Nach wenigen Minuten kippt der Ton: Man zeigt Ihre Follower- oder Kontaktliste und fordert Geld, Gutscheinkarten oder Krypto – oder droht mit Veröffentlichung.
- Viele Forderungen kommen von organisierten Gruppen im Ausland, die dasselbe Skript bei vielen Menschen anwenden. Wer zahlt, gilt als zahlungsbereit.
Die erste Stunde: was zu tun ist
- Nicht mehr antworten. Nicht verhandeln, nicht zahlen, nichts mehr schicken.
- Beweise sichern: Screenshots von Profil, Nutzername, Nachrichten, Zahlungsforderungen und Links – bevor Sie blockieren.
- Konto in der App melden, dann blockieren.
- Konten absichern: vorerst auf privat stellen, Follower- und Freundeslisten verbergen, Anmeldesicherheit prüfen.
- Sprechen Sie mit jemandem, dem Sie vertrauen. Wer unter 18 ist: Eltern, Lehrkraft oder eine andere erwachsene Vertrauensperson einweihen.
Anzeigen
- Deutschland, Österreich, Schweiz: Anzeige bei der Polizei – in Deutschland auch online über die Onlinewache Ihres Bundeslandes.
- USA: FBI über tips.fbi.gov oder IC3 bzw. 1-800-CALL-FBI; für Minderjährige zusätzlich die CyberTipline von NCMEC, wo Sie mit einer Person zur Unterstützung verbunden werden können.
- Vereinigtes Königreich: Polizei (101, im Notfall 999); Erwachsene erhalten Rat bei der Revenge Porn Helpline.
- Australien: eSafety Commissioner; Minderjährige können Sextortion beim ACCCE melden.
- Weitere Länder: wo melden, nach Land.
Verbreitung stoppen – kostenlose Tools
- Take It Down (NCMEC): für Bilder oder Videos, die entstanden, als Sie unter 18 waren. Kostenlos, anonym nutzbar, und Sie schicken das Bild niemandem – ein digitaler Fingerabdruck (Hash) wird auf Ihrem Gerät erzeugt und mit teilnehmenden Plattformen geteilt.
- StopNCII.org: dasselbe Prinzip für Erwachsene, die auf den Bildern 18 oder älter waren, auch bei gefälschten oder KI-generierten Bildern. Partnerplattformen gleichen Uploads mit den Hashes ab.
- Im Vereinigten Königreich können Minderjährige auch Report Remove von Childline und IWF nutzen.
- Die Tools wirken nur auf teilnehmenden Plattformen und nicht in verschlüsselten Chats. Ist bereits etwas veröffentlicht, melden Sie diesen Beitrag zusätzlich direkt.
Wo wir helfen – und was Sie meiden sollten
Die genannten Tools sind kostenlos. Wer Geld verlangt, um „die Bilder aus dem Internet zu löschen“ oder mit dem Erpresser „zu verhandeln“, verkauft etwas, das niemand liefern kann. Bleiben nach den kostenlosen Wegen Fake-Konten oder Beiträge bestehen, nutzt unsere Entfernung von Inhalten und Konten die Meldewege der Plattformen; wir fragen nie nach Passwörtern und kontaktieren nie den Erpresser.
Häufige Fragen
Veröffentlichen sie die Bilder wirklich, wenn ich nicht zahle?
Das kann niemand versprechen – aber Zahlen beendet es selten, die Forderungen gehen laut FBI meist weiter. Melden, Blockieren und die Hash-Tools begrenzen den Schaden.
Soll ich mein Konto löschen?
Löschen Sie weder Chat noch Konto, bevor die Beweise gesichert sind; Ermittler brauchen sie eventuell. Konto auf privat und Follower-Liste verbergen reicht vorerst meist.
Ich war auf den Bildern unter 18, bin jetzt aber erwachsen. Welches Tool?
Take It Down von NCMEC deckt Bilder ab, die entstanden, als Sie unter 18 waren – auch wenn Sie heute älter sind.
Sehen diese Tools meine Fotos?
Nein. Take It Down und StopNCII erzeugen den Fingerabdruck auf Ihrem Gerät; das Bild selbst wird nicht hochgeladen.
Quellen: FBI — financially motivated sextortion, NCMEC — Take It Down, StopNCII.org, Childline und IWF — Report Remove, Revenge Porn Helpline — Drohungen mit intimen Bildern, eSafety Commissioner — bildbasierten Missbrauch melden